Heist ist der Teil von Path of Exile, in dem du zum Dieb wirst. Du heuerst eine Crew an, schleichst in eine bewachte Anlage, klaust das gute Stück und rennst wieder raus, bevor der Alarm losgeht.
Klingt nach viel? Ist es am Anfang auch.
Deshalb hier der komplette Überblick: wie ein Heist abläuft, was Rogue’s Markers sind, wer die Rogues sind und warum Heist gerade zum League-Start dein bester Freund fürs erste Geld ist.
Ohne veraltete Tipps, die dir die halben YouTube-Guides von 2021 noch erzählen.
Heist auf einen Blick
| Freischaltung | Akt 6, bei Kurai in Lioneye’s Watch, danach immer wieder verfügbar |
| Währung | Rogue’s Markers (Heist-intern, seit dem Currency Exchange auch handelbar) |
| Kern-Loop | Contract laden, Ziel klauen, escapen, an Faustus verkaufen |
| Wofür es taugt | Currency farmen, auch mit schwachem Build. Zum Leveln taugt es kaum |
| Patch-Stand | Geprüft gegen die Patchnotes zu 3.29 “Curse of the Allflame” (Launch 24.07.2026) |
| Anfänger-Reflex | Alarm im Blick behalten, sonst kommst du nicht mehr an die Beute |
Was ist Heist in Path of Exile?
Heist ist die Dieb-Mechanik von PoE:
Du stellst dir eine Crew aus Rogues zusammen, brichst in eine bewachte Anlage ein, klaust ein bestimmtes Ziel-Item und musst damit wieder rauskommen, ohne draufzugehen.
Schaffst du den Escape nicht, ist die Beute weg.
Das Ganze läuft von einem eigenen Hub aus, dem Rogue Harbour. Dorthin kommst du das erste Mal in Akt 6, wenn du in Lioneye’s Watch mit Kurai redest. Ab da ist Heist dauerhaft freigeschaltet, auch nach der Kampagne im Endgame.
Der Reiz: Heist ist eine komplett eigene Spielschleife neben dem normalen Mappen. Du brauchst keinen Atlas, keine Bosse, keine hohen Tiers.
Du brauchst nur einen Contract und ein bisschen Bewegungstempo.
Wie läuft ein Heist ab? Von Contract bis Escape
Ein Contract ist ein einzelner Raubzug. Du lädst ihn im Rogue Harbour, wählst einen passenden Rogue, rennst durch einen langen Flur voller verschlossener Türen, schnappst dir am Ende das bewachte Ziel-Item und bringst es zum Ausgang.
Danach verkaufst du das Item an Faustus und bekommst dafür deine Rogue’s Markers.
Unterwegs stehen überall Kisten. Die geben Extra-Loot, aber jede geöffnete Kiste füllt deine Alarm-Leiste. Und genau da liegt der Haken.
Alarm und Lockdown: der Punkt, an dem Anfänger scheitern
Ist die Alarm-Leiste voll, startet ein Countdown zum Lockdown. Läuft der ab, kommst du nicht mehr an den Reward-Raum am Ende, die Türen sind zu.
Wer unterwegs jede Kiste mitnimmt und dann in den Lockdown rennt, steht am Ende vor einer verschlossenen Tür und geht leer raus.
Welcher Contract welche Belohnung ausspuckt, hängt vom geforderten Job ab. Lockpicking bringt vor allem Currency, Demolition wirft seit 3.29 Map-Rewards ab statt wie bisher Ultimatum-Belohnungen, und so weiter.
Was sind Rogue’s Markers und woher bekomme ich sie?
Rogue’s Markers sind die Währung, mit der in Heist alles bezahlt wird: Contracts nachkaufen, in Grand Heists die Räume aufdecken, alles läuft über Markers. Lange waren sie reine Heist-Währung, inzwischen kannst du sie aber auch über den Currency Exchange kaufen und verkaufen — in SSF natürlich nicht.
Woher du sie kriegst? Drei Wege, die von allein zusammenlaufen:
- Faustus bezahlt dich für jedes geklaute Ziel-Item, das du ihm verkaufst. Das ist die Haupt-Quelle.
- Beim Mappen findest du Smuggler’s Caches, besondere Kisten, die immer Markers und mindestens einen Contract oder ein Blueprint ausspucken.
- Am Currency Exchange gezielt nachkaufen, wenn dir für viele Reveals mal die Markers ausgehen.
Am Anfang musst du dir um Markers keinen Kopf machen, die sammeln sich beim Spielen. Knapp wird es erst, wenn du später viele Grand Heists aufdeckst. Und falls du andersherum auf einem Berg Markers sitzt, ohne sie zu brauchen: über den Currency Exchange machst du den Überschuss zu handelbarer Currency, die du tatsächlich einsetzen kannst.
Wer sind die Rogues, und warum musst du sie nicht mehr leveln?
Die Rogues sind deine Diebes-Crew: neun Spezialisten, die du anheuerst, jeder mit eigenen Jobs und einem passiven Bonus, der deine Heists besser macht. Dazu kommen ein paar feste Support-NPCs im Rogue Harbour wie Faustus und Whakano, die aber nicht mit auf den Raubzug gehen. Karst senkt zum Beispiel den Alarm beim Kisten-Öffnen, Gianna macht das Aufdecken von Grand Heists billiger — in meinem letzten Blueprint hat derselbe Reveal bei ihr 2.975 statt 4.959 Rogue’s Markers gekostet. Du startest mit Tibbs, Karst und Isla, den Rest schaltest du frei, indem du einfach heistest.
Und jetzt der Teil, den die alten Guides falsch haben:
Seit Patch 3.27 starten alle Rogues sofort auf Max-Level. Das mühsame Hochleveln der Crew, das dir viele Videos noch erklären, gibt es schlicht nicht mehr.
Früher musstest du deine Rogues erst durch Dutzende kleine Contracts schleppen, bevor sie Grand Heists konnten. Das ist Geschichte. Heute kannst du vom ersten Moment an die großen Jobs angehen. Was du weiterhin machst: Contracts laufen, um die Rogues überhaupt freizuschalten, und sie optional mit Ausrüstung stärker machen.
Das Gearing ist inzwischen der einzige echte Optimierungs-Hebel.
Contract oder Grand Heist? Der Unterschied
Ein Contract ist der einzelne Flur-Raubzug von oben. Ein Grand Heist ist die große Version: Du brauchst dafür ein Blueprint, das eine Anlage mit mehreren Wings zeigt. Jede Wing ist quasi ein eigener Contract, und für jede darfst du bis zu drei Rogues mitnehmen.
Der spannende Unterschied steckt am Ende jeder Wing: das Curio Display.
Curio Display: fünf Items, du nimmst nur eins
Am Ende einer Wing stehen fünf Curio Displays, jedes mit einem anderen Item. Du darfst dir genau eins davon nehmen.
Sobald du zugreifst, startet sofort der Lockdown und die anderen vier sind verloren. Überleg dir also vorher, welches der fünf du willst, dann greif zu und nimm die markierte Fluchtroute.
In diesen Reward-Räumen stecken die Sachen, die es sonst nirgends gibt: Replica Uniques, Experimented Base Types, Waffen- und Rüstungs-Enchants, Alternate-Quality Gems und Thief’s Trinkets.
Die meisten davon sind billig, aber ein paar seltene Replicas gehen für zig Divine weg.
Lohnt sich Heist zum League-Start?
Ja, aber als Currency-Quelle, nicht zum Leveln. Genau das macht Heist zum League-Start so wertvoll: Es braucht kein Endgame-Gear und keinen Atlas, in Contracts zählt Bewegungstempo mehr als Schaden. Selbst ein Build, der ohne sein Gear noch nichts reißt, kommt hier durch und farmt sich das erste Geld zusammen.
Ich mache es in 3.29 selbst genau so. Mein League-Starter ist ein Smite Armour Stacker auf der Scion, und der macht ohne seine teuren Uniques schlicht keinen Damage. Vernünftiger League-Starter? Nein. Einfach zu spielen? Auch nicht. Aber in Contracts brauche ich den Damage eben nicht, ich muss nur überleben und schnell sein. Heist ist für mich deshalb die Currency-Brücke, mit der ich mir das Gear kaufe, das der Build überhaupt zum Laufen braucht.
Wie das konkret aussieht, zeige ich im Video: einmal ein kompletter Contract von vorn bis zum Escape, danach die Blueprint-Planung im Planning Room.

Wichtig ist nur, dass du zwei Phasen auseinanderhältst:
- Früh (ab Akt 6): Du läufst günstige Contracts für Basis-Currency, um überhaupt an erstes Gear zu kommen. Bescheiden, aber sofort verfügbar.
- Später (etwa ab Level 85): Erst mit hochstufigen Blueprints, die beim Mappen droppen, kommen die richtig wertvollen Belohnungen. Das ist das eigentliche Geld.
Und dann ist da noch die eine Sache, die fast jeder unterschätzt, der zum ersten Mal auf Heist setzt.
Der Denkfehler: Heist levelt dich nicht
Heist gibt kaum Erfahrung. Die Contracts dauern lang und du tötest unterwegs zu wenig, um davon zu leveln. Wer mit Level 60 auf reines Heist umsteigt, farmt zwar Currency, bleibt aber auf der Stelle stehen, was die Charakterstufe angeht.
Der realistische Weg: genug heisten fürs erste Gear, damit dein Build mappen kann, dann im Mapping leveln, und mit den dort gedroppten Blueprints zurück ins lukrative Heisten. Heist finanziert dein Leveln, es ersetzt es nicht.
Gerade jetzt passend, denn mit 3.29 “Curse of the Allflame” startet am 24.07.2026 eine frische League. Am Heist-Grundsystem hat GGG dabei nichts angefasst: Die Rogues bleiben auf Max-Level, Alarm und Lockdown funktionieren wie gehabt, geändert haben sich nur einzelne Rewards und Trinket-Mods.
Häufige Anfängerfehler bei Heist
Diese Stolperfallen sieht man bei fast jedem, der neu anfängt:
- Zu gierig looten und in den Lockdown rennen. Erst das Ziel-Item, dann der Rest. Sonst stehst du vor zugeschlossenen Türen.
- Heist zum Leveln missbrauchen. Die Erfahrung ist mager, dafür ist Mappen da.
- Alten Guides folgen, die Rogue-Leveln erklären. Seit 3.27 überflüssig, die Crew startet auf Max-Level.
- Nur bei Whakano Contracts kaufen. Der verkauft nur bis Area-Level 67. Die hochstufigen, richtig lohnenden Blueprints kriegst du ausschließlich als Drop beim Mappen.
- Den Heist Locker vergessen. Ganz am Anfang im Rogue Harbour einmal den Haken setzen, dann landet alles Heist-Zeug automatisch dort und müllt dir nicht den normalen Stash zu.
- Rogue’s Markers horten, ohne sie zu nutzen. Im Stash arbeiten Markers nicht für dich. Steck sie in Contracts und Reveals, oder mach den Überschuss am Currency Exchange zu Currency, die du wirklich brauchst.
Wie es weitergeht
Du kennst jetzt das ganze Gerüst: den Contract-Loop, die Rogues, den Unterschied zwischen Contract und Grand Heist und warum Heist zum Start dein Geld-Motor ist.
Startest du 3.29 auch mit Heist, oder ist das gar nicht dein Ding? Erzähl’s mir auf einem meiner Kanäle, ich bin gespannt, wie ihr in die League reinkommt.
Happy Heisting!
Hier findest du mich.
Auf YouTube lade ich neue Guides und Gameplay hoch. Im Discord wird täglich getüftelt, ich beantworte Fragen und du bekommst einen Ping, sobald ich live gehe. Und die Streams auf Twitch kommen bald zurück.



